Hallo Robert,

schön, dass Du Dir die Zeit nimmst und Dich meinen Fragen stellst.

 

In der Hörspielszene bist Du für einige Hörer erst mit dem Erscheinen von „Die Arwinger“ bekannt geworden, allerdings konnte man Dir sogar schon vorher in „The Satchmo Trilogy“ lauschen.

Auch bist Du sehr vielseitig Tätig im Bereich Theater & Film… Erzähl doch einmal in eigenen Worten wer sich hinter Robert Kotulla verbirgt.

Man könnte sagen, ein verspielter Junge. Mein Beruf ermöglicht es mir ja auch das auszuleben. Die Satchmo Trilogy wurde inspiriert durch einen Hörspielentwurf, den ein Freund und ich in unserer Jugend mal geschrieben hatten. Michael hat den Titel übernommen und dass das Raumschiff wie eine Trompete aussieht, aber ansonsten ein völlig anderes Hörspiel daraus gemacht. Zum Glück, denn unser Entwurf, war sehr albern. Für die, die es nicht wissen Louis Armstrong war ein berühmter Jazztrompeter und wurde Satchmo genannt. Science Fiction ist seit „Krieg der Sterne“ eine meiner Lieblingsgenres und ich habe mich total gefreut, als Michael mir die Hauptrolle in der Satchmo Trilogy gegeben hat. Auch in meiner Freizeit bleibe ich meinem Beruf verbunden, ich bin ein leidenschaftlicher Kinogänger! Natürlich immer mit Popcorn und Cola! In der wärmeren Jahreszeit fahre ich gerne mit dem Rennrad schöne Touren. Und ich spiele gerne: Gesellschaftsspiele, PC-Spiele und Konsolenspiele. Am meisten Spaß macht es natürlich mit Freunden zusammen.

 

Die Arwinger waren soweit ich weiß, das Zweite Hör“spiel“ in dem Du mit gewirkt hast…hast Du Gefallen daran gefunden und bleibst uns Hör“spiel“ Hörern erhalten oder doch lieber weiter in Theater und Film tätig ?

Die Arwinger sind nicht mein zweites Hörspiel. Mitte der Neunziger, während meiner Ausbildung habe ich schon bei TKKG, den drei ??? und anderen Hörspielen kleine Rollen gesprochen. Unter anderem in einem experimentellen Hörspiel mit dem Titel „Ein Kind in den Bauch treten“. Und seitdem immer mal wieder kleine Rollen. Cy aus der Satchmo Trilogy war meine erste Hauptrolle.

 

Wie ich an anderen Stellen bereits gestehen musste, wurde ich nach anfänglicher Skepsis gegenüber eines Historischen Piratenhörspieles, ein großer Fan dieser Hörspielserie

...Wie war das bei Dir…Anfangs auch Skeptisch, oder sofort begeistert ?

Wie Janis ja schon in seinem Interview gesagt hat, kannte auch ich viele und eben auch Michael Reffi durch den Dungeon. Und war mir sicher, dass es ein entspanntes arbeiten wird. Mir macht es immer Spaß bei solchen Projekten dabei zu sein. Satchmo ist ja auch ein Wagnis gewesen. Finanziell gesehen gibt es nur wenige Hörspiele, die wirklich „erfolgreich“ sind. Vor allem war ich sofort von meiner Rolle begeistert. Ich meine … Blutsäufer ! :-)

Wer da an einen blutleeren Vampir denkt, der denkt falsch.

 

Wie würdest Du den „Blutsäufer“, aus Deiner Sicht beschreiben ?

Blutsäufer ist ein Mann mit Prinzipien. Er stellt die Bruderschaft über alles. Er misstraut allen, die sich noch nicht bewiesen haben. Und er ist in dieser Hinsicht skrupellos ! Es gibt nichts, was er für die Bruderschaft nicht tun würde.

 

Wie gefiel es Dir in die Rolle des Blutsäufers schlüpfen zu dürfen ?

Das hat viel Spaß gemacht, weil er so böse war !

Er ist gemein und brutal, aber dabei doch ein wenig „einfach gestrickt“. Das gibt einem viele Möglichkeiten.

 

Gab es Momente beim Einsprechen, die Dir irgendwie Nahe gingen oder etwas schwerer fielen in der Umsetzung ?

An Momente, die mir schwer fielen kann ich mich nicht wirklich erinnern. Es gibt immer mal Sätze, die nicht sofort so gelingen wollen wie man das möchte, aber dadurch, dass wir auch immer in der kompletten Besetzung die Szenen eingesprochen haben, hatte man die Situation ja gut vor Augen.

Das Einsingen des Liedes hat natürlich Spaß gemacht! Insgesamt war bei den Aufnahmen immer eine lockere Stimmung. Es wurde viel gescherzt und gelacht und wenn die Aufnahme lief, dann spürte man diese gute Stimmung noch in der Arbeit. Und ich denke, dass man das auch hört.

 

Du bist ja in „Die Arwinger“ der Raue und rabiate Blutsäufer…mit seiner Art, ist er trotzdem ein ziemlicher Sympathieträger und  hat sich in viele Hörer-Herzen geschlichen…kannst Du das nachvollziehen und wie war es für Dich diesen Charakter einzusprechen ?

Dass der Blutsäufer zu einem Sympathieträger wird, das erkläre ich mir durch seine Haltung innerhalb der Bruderschaft. Seine Treue gilt seinen „Brüdern“ und dass macht ihn ja sehr verlässlich. Er spinnt keine Intrigen, er ist eben genau so, wie man ihn „hört“. Wenn ihm was nicht passt sagt er es frei heraus.

Er kann aber auch mal loben.  Und das macht natürlich Spaß, wenn man nicht gut erzogen sein muss, sondern einfach böse und gemein!

 

Die Arwinger haben bereits eine Menge Hörspiel Hörer in ihren Bann gezogen…auch gab es schon Specials in Hamburg in einem Gewölbekeller, zuletzt glaube ich, in der Flussschifferkirche…wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Fans ?

Wenn ich mal in der U-Bahn von jemandem angesprochen werde, der mich von der Bühne kennt und mir ein Kompliment macht, das freut mich natürlich. Und wir machen unsere Arbeit ja für die Hörer !

Für ein kurzes Hallo habe ich da immer Zeit. Es gibt aber auch Fans, die eine Grenze überschreiten, das finde ich dann schwierig. Wenn man da dann klar sagt, dass das nicht geht, dann wird man leicht als arrogant bezeichnet.

 

Hörst Du privat auch Hörspiele / Hörbücher und Sammelst Du evtl. auch ?

Ich bin mit den ??? aufgewachsen. Allerdings zuerst mit den Büchern.

Erste Hörspiele waren Hui Buh mit dem großartigen Hans Clarin! Und viele andere Hörspiele. Heute habe ich selten Zeit, mir ein ganzes Hörspiel anzuhören, aber wenn ich es dann doch mal schaffe, dann genieße ich es auch.

 

Bist Du auch in diversen Hörspielforen oder auf Facebook angemeldet und informierst dort die User mit Informationen über aktuelle Hör,- Schauspiel News aus erster Hand ?

Als Schauspieler bin ich da nicht angemeldet.

Bei Facebook bin ich als Privatperson und in dem ein oder anderen Hörspielforum habe ich auch schonmal was gepostet, aber die Hörer auf dem Laufenden zu halten ist dann ja die Aufgabe der Produktion. ;-)

 

Wie wichtig sind aus Deiner Sicht Foren oder soziale Netzwerke ?

Das Networking ist ja in unserem Beruf grundsätzlich wichtig. Die sozialen Netzwerke sind aber dann doch was anderes. Für mich als Schauspieler sind die nicht so wichtig.

Grundsätzlich ist das Internet mit seinen Foren und Plattformen hervorragend geeignet, um schnell viele Leute zu informieren. Das hilft kleine Produktionen auch dabei Hörer zu finden.


Neben diesem Hörspielern in den Arwingern, bist Du ja Hauptberuflich Schauspieler

…was ist Dir persönlich lieber…in einem stillen Kämmerlein zu Hörspielern / Hörbücher einsprechen oder auf der Bühne / vor der Kamera zu Schauspielern ?

Für mich ist vor allem eine gute Atmosphäre wichtig. Die Anforderungen sind in den verschiedenen Bereichen ganz unterschiedliche. Die Herausforderung immer eine andere.

Aber wenn man mit guten Kollegen an einem Projekt arbeitet, dass einem am Herzen liegt, dann ist das das schönste, was es gibt. Egal ob Bühne oder Mikro oder Kamera.

 

War es schon immer Dein Wunsch auf der Bühne, vor so vielen Menschen Stücke aufzuführen, oder musstest Du auch erst über Deinen Schatten springen und es erarbeiten keine Hemmungen zu haben ?

Ich musste mir wie jeder andere auch, vieles erarbeiten. Manches fällt dem einen leichter und dann wieder anderes schwerer. Für mich war das relativ früh klar, dass ich Schauspieler werden will. Und ich hatte das Glück, dass sich im richtigen Moment die richtigen Türen geöffnet haben.

Vor allem haben meine Eltern mich immer sehr unterstützt ! Das war sehr wichtig!

 

Was gefällt Dir persönlich an dem Medium Hörspiel / Hörbuch ?

Es ist etwas aus meiner Kindheit. Hörspiele! Die Erinnerungen, wenn ich alte ??? oder TKKG Hörspiele höre. Oder Sachen von der Augsburger Puppenkiste. Bill Bo war eins meiner Lieblingshörspiele von der Augsburger Puppenkiste. 

 

Was war Deine bisher schwerste Rolle / Arbeit? …Und welches die Interessanteste?

Das ist schwer zu sagen. Ich habe mich mal an einem Monolog versucht, der mir gut gefiel, aber ich habe keinen wirklichen Zugang gefunden, war nie wirklich zufrieden. Interessant waren sehr viele Arbeiten. Da kann ich keine hervorheben.


Gab es schon einmal einen Satz beim Einsprechen / auf der Bühne / am Set, der einfach nicht klappen wollte… wo so richtig der Wurm drinnen war oder ein ausgelöster Lachanfall ?

Einen Satz? Viele! :D

Wenn mal ein Satz nicht klappt, dann wird man irgendwann natürlich auch nervös, gerade als Anfänger. Man vergisst alles was man gelernt hat, verkrampft und denkt nur noch: „Ich werde diesen Satz niemals sauber aussprechen können!“

Was natürlich auch nicht hilft. Irgendwie geht es dann doch und auf dem Weg nach Hause kann man den Satz dann locker, schnell und sauber sprechen.

Ich habe mal ein Stück gespielt, in dem ich mit einer Kollegin Schauspieler spielen musste, die eine Szene schlecht spielten. Bei den Proben haben wir uns schon sehr oft kaputt gelacht. Und in der Premiere mussten wir uns sehr zusammen reißen!

 

Welche Rolle wäre Dein persönlicher Traum, was oder wen würdest Du am liebsten mal Schauspielern / Einsprechen?

Cy zu sprechen war für mich wie ein Traum, der in Erfüllung geht. Obwohl es diese Figur ja vorher nicht gab. Aber ich hatte sozusagen „meine eigenes Science Fiction Hörspiel“! Und konnte da mit so vielen tollen Kollegen arbeiten. Ein Traum wäre es, wenn wir da noch weitere Abenteuer mit Cy, Sed und T.I. erleben könnten.

 

Kennst Du Non Profit Hörspiele und was hältst Du persönlich von non kommerziellen Hörspielen, die von nicht ausgebildeten Sprechen ins Leben gerufen werden ?

Jeder sollte Hörspiele aufnehmen !

Wir haben das als Jugendliche schon gemacht. Es macht einfach Spaß und man erschafft etwas aus der eigenen Fantasie! Erfindet Geschichten, die andere dann erleben können. Gerade solche Projekte haben oft ihren eigenen Charme.

 

Könnte man Dich dafür evtl. sogar als Hörspielerische Unterstützung Gewinnen, auch man Dir keine Gage zahlen könnte ?

Sowas kommt immer auf das Projekt und meine Zeit an. Wenn man mich begeistert, dann ist die Gage nicht das entscheidende. Schauspieler wird man ja nicht, um Geld zu verdienen, sondern weil man die „Tätigkeit“ an sich liebt! Zumindest ist es bei mir so.

 

Möchtest Du zum Abschluss noch etwas an meine Homepage-Leser und "Die Arwinger" Fans richten ?

Danke, dass ihr „Die Arwinger“ zu einem Erfolg gemacht habt !

Es ist schön, wenn aus einer Idee etwas wird, worauf alle Beteiligten mit Freude zurückblicken können! Auch die, die das ganze mit Leib, Seele und eben auch viel Geld erschaffen haben!

 

Robert, hab vielen lieben Dank für Deine Zeit und ich hoffe in Zukunft noch viel von Dir zu hören !